Landkreis Schwandorf
Ergebnisse der Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2018

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Die Bayerische Forstverwaltung erstellt seit 1986 alle drei Jahre die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung, kurz auch Vegetationsgutachten genannt.

Bevor die Forstlichen Gutachten erstellt werden, führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung im Vorfeld der Drei-Jahres-Abschussplanung für Rehwild von Anfang März bis Ende April eine Inventur der Waldverjüngung durch. Dabei werden bayernweit über zwei Millionen junge Waldbäume untersucht, ob und wie stark diese durch Schalenwildverbiss (Rehwild, Rotwild, Gamswild und andere) beeinflusst sind. Im Landkreis Schwandorf waren es dieses mal über 53000 Einzelpflanzen.
Anschließend werden die im Rahmen der Verjüngungsinventur erfassten Daten ausgewertet. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wird für jede der rund 750 Hegegemeinschaften in Bayern ein Forstliches Gutachten erstellt, so auch für die 18 Hegegemeinschaften im Landkreis Schwandorf.
Die Forstlichen Gutachten sind für die Beteiligten an der Abschussplanung – Jagdvorstand, Eigenjagdbesitzer und Revierinhaber - ein wichtiges Hilfsmittel, um für die kommende Planungsperiode 2019 bis 2022 gesetzeskonforme Abschusspläne für das Schalenwild aufzustellen. Für die unteren Jagdbehörden stellen die Gutachten eine wesentliche Entscheidungsgrundlage bei der behördlichen Abschussplanung dar.

Weitere Informationen zu den Forstlichen Gutachten Bayern:

Ergebnisse der Forstlichen Gutachten 2018 im Landkreis Schwandorf
Der durch Rehwild und Rotwild hervorgerufene Verbiss an jungen Waldbäumen in unserem Landkreis hat sich auf dem Niveau der zurückliegenden Erhebung 2015 stabilisiert.
In drei von 18 Hegegemeinschaften ist die Verbissbelastung als günstig einzuwerten, in 14 als tragbar und in nur einer Hegegemeinschaft ist die Verbissbelastung zu hoch.
Fichte und Kiefer
Die Naturverjüngung von Fichte und Kiefer kann in weiten Teilen des Landkreises in ausreichender Zahl ungestört aufwachsen.
Eiche, Buche und Edellaubholz
Diese Mischbaumarten spielen eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung unserer heimischen Wälder im Zuge der Klimaänderungen. Ein Aufwachsen dieser Baumarten ist vielerorts aber nur unter Zuhilfenahme von Schutzmaßnahmen möglich.
Hier gilt es nach wie vor einen Schwerpunkt bei der Jagd zu setzen. Um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen ist eine laufende Beobachtung durch die Beteiligten erforderlich, so dass rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden können. Bewährt haben sich dazu gemeinsame, jährliche Waldbegänge (Revierbegänge) mit fachlicher Begleitung durch den örtlich zuständigen Revierleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Ergebnisse der Verbissinventur und der Forstlichen Gutachten nach Hegegemeinschaften im Jahr 2018
HG-Nr. Name der Hegegemeinschaft
Verbiss-
belastung

Abschuss-
empfehlung
376 Burglengenfeld günstig beibehalten
377 Pottenstetten günstig beibehalten
378 Neukirchen tragbar beibehalten
379 Wackersdorf günstig beibehalten
380 Schwarzenfeld tragbar beibehalten
381 Pfreimd tragbar beibehalten
382 Guteneck tragbar beibehalten
383 Neunburg-West tragbar beibehalten
384 Neunburg - Süd tragbar beibehalten
385 Schönsee zu hoch erhöhen
386 Oberviechtach tragbar beibehalten
387 Niedermurach tragbar beibehalten
388 Nittenau - Nord tragbar beibehalten
389 Nabburg tragbar beibehalten
390 Wernberg tragbar erhöhen
391 Neunburg - Nord tragbar beibehalten
392 Pullenried tragbar beibehalten
393 Nittenau - Süd tragbar beibehalten
Revierweise Aussagen
Wie erstmals 2012 wurden auch 2018 ergänzende "Revierweise Aussagen" erstellt. Alle Jagdreviere in Hegegemeinschaften, deren Verbissbelastung im Forstlichen Gutachten 2015 als zu hoch bewertet wurde (sogenannte "rote" Hegegemeinschaften), erhielten ergänzend zum Forstlichen Gutachten ohne Antrag verpflichtend eine revierbezogene Aussage. Im Landkreis Schwandorf galt das für 2 Hegegemeinschaften.
Für die Jagdreviere in den 16 Hegegemeinschaften, deren Verbissbelastung im Forstlichen Gutachten 2015 als tragbar oder günstig bewertet wurde (sogenannte "grüne" Hegegemeinschaften) wurden dagegen revierbezogene Aussagen nur erstellt, wenn dies für das einzelne Jagdrevier von einem Beteiligten (Jagdvorstand, Jagdgenosse, Revierinhaber, Eigenjagdbesitzer) beantragt worden ist.