Die Hecke als Lebensraum
Hecken pflegen - aber richtig!

Teilnehmer des Heckenpflegetages begutachten die Durchführung der Pflege durch einen Bagger mit Fällgreifer

Bagger mit Fällgreifer

"Hecken pflegen - aber richtig!" lautete das Motto eines Praktikertages im April 2019. Eingeladen hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Schwandorf, das Fachzentrum Agrarökologie am AELF Amberg, der Maschinenring Schwandorf und der Landschaftspflegeverband Schwandorf.

Auf dem Betrieb Carl Graf zu Eltz in Wolfring kamen zahlreiche interessierte Landwirte sowie die Studierenden des 1. Semesters der Landwirtschaftsschule Nabburg zusammen, deren Lehrkraft Patricia Steinbauer die Aktion vorbereitet und organisiert hatte.
Die Hecke als Lebensraum
Hecken sind bedeutende Bestandteile unserer Kulturlandschaft und erfüllen wichtige agrarökologische Funktionen.
  • Sie verhindern Bodenerosion, bieten Windschutz und sorgen für den Wasserrückhalt in der Fläche.
  • Die außerordentlich vielfältige, vegetationsreiche Struktur auf engstem Raum bietet vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Nahrung, ist Brut- und Aufzuchtplatz sowie Winterquartier.
  • Für den Biotopverbund sind sie als Strukturelemente unverzichtbar und wirken der Verinselung von Lebensräumen entgegen.
"Wichtig ist auch ihre Funktion für das Landschaftsbild, das sie gliedern und prägen", betonte Roland Schleicher vom Fachzentrum Agrarökologie in Amberg.
Mehrere Personen stehen auf Feld neben Bagger
Förderung für Heckenpflege
Um die Funktionen einer Hecken zu erhalten, ist fachgerechte Pflege notwendig. Um sie richtig durchzuführen, können Landwirte das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) "Heckenpflege" in Anspruch nehmen. Es fördert die Erneuerung von Hecken und Feldgehölzen und trägt dazu bei, eine naturraum- und regionaltypische biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft zu erhalten und zu entwickeln. Gleichzeitig soll ein intaktes, funktionsfähiges und abwechslungsreiches Landschaftsbild erhalten werden.

Investive Maßnahmen im KULAP - Staatsministerium Externer Link

Pflege- bzw. Erneuerungskonzept
Für die Pflege einer Hecke braucht es ein Pflege- bzw. Erneuerungskonzept. Dieses ist auch erforderlich, um die Pflegeprämie aus dem Kulturlandschaftsprogramm zu erhalten und muss von einem zertifizierten Konzeptersteller gemacht werden. Anbieter sind u.a. der Maschinenring Schwandorf oder der Landschaftspflegeverband.
"Eine Verjüngung von Strauchhecken erfolgt in der Regel durch abschnittsweises Auf-den-Stock-Setzen über mehrere Jahre", erläuterte Markus Kurz vom Landschaftspflegeverband Schwandorf. "Obstbäume, einzelne beerentragende Sträucher oder beispielsweise alte Holunder sollen dabei durchaus stehen bleiben."
Rechtlicher Schutzstatus
Grundsätzlich müsse der rechtliche Schutzstatus von Hecken berücksichtigt werden.
Eine bestandserhaltende und ordnungsgemäße Nutzung und Pflege ist nur in der Zeit vom 1. Oktober bis Ende Februar erlaubt.
Bagger
Heckenpflege in der Praxis
Dass die theoretischen Inhalte auch in der Praxis umsetzbar sind, bestätigte der Betriebsleiter Carl Graf zu Eltz, der schon seit mehreren Jahren die Hecken auf seinen Flächen erneuert und auch als Dienstleister für andere Landwirte diese Aufgabe übernimmt. "Nach der abschnittsweisen Pflege brauchen wir die Hecke mehrere Jahre nicht mehr zu bearbeiten. Und das Kulturlandschaftsprogramm unterstützt uns finanziell bei dieser sowieso notwendigen Pflege der Hecken", so Graf Eltz. Die Förderhöhe beträgt 270 €/ar.
Techniken im Vergleich
Im Anschluss konnten die Teilnehmer die motormanuelle Heckenpflege mit der maschinellen Heckenpflege durch einen Spezialbagger mit Fällgreifer im Praxiseinsatz vergleichen und die Ergebnisse beurteilen. Unabhängig davon, für welche Technik man sich entscheidet, ist es wichtig, dass ein möglichst glatter Schnitt durchgeführt wird, der das Eindringen von Pilzen verhindert.
Informationen am AELF
Interessierte Landwirte, die eine verjüngungsbedürftige Hecke oder ein Feldgehölz als Landschaftselement auf ihren Feldstücken eingetragen haben, können noch bis 30. Juni einen Förderantrag am AELF stellen. Mit dem Antrag ist auch ein entsprechendes Pflegekonzept vorzulegen. Bei Fragen steht das AELF Schwandorf, Tel. 09433-896-0, zur Verfügung.