Zukunftswald Neukirchen

Im Zukunftswald Neukirchen finden Sie Stationen zu verschiedenen Themen wie Waldbewirtschaftung, Holznutzung, Naturschutz und Jagd.

Mit diesem Lehrpfad möchte das AELF Schwandorf zeigen, wie die Wälder in unserer Region auf die Auswirkungen des Klimawandels (zunehmende Trockenheit, Schädlingsbefall, Stürme) vorbereitet werden können. Der Waldumbau zu stabilen, ertragreichen Mischwäldern steht im Vordergrund.
Der Pfad ist teilweise schmal, uneben und nicht befestigt. Festes Schuhwerk und eine gewisse Trittsicherheit sind erforderlich. Benutzung auf eigene Gefahr.

Zukunftswald Neukirchen

Waldbesitzer

Der Zukunftswald Neukirchen liegt im Besitz der Katholischen Kirchenstiftung Neukirchen.

Jungdurchforstung

Jungdurchforstung – der Weg zu einem stabilen Bestand!

Auszeichnen von Optionen
Qualität erzeugen und Erlöse erzielen: Mit den ersten Durchforstungen beginnt die Konzentration auf die wertvollen Bäume eines Waldbestandes. Damit werden die Ziele für die nächsten Jahrzehnte festgelegt. Mit der Durchforstung fördern Sie die ausgewählten Bäume konsequent und erhöhen deren Wertleistung.

Informationen im Waldbesitzerportal - StMELF Externer Link

Holznutzung

Holznutzung im Klimawandel - Holz nutzen = Klima schützen!

proHolz Austria

Foto: proHolz Austria

Holz ist vielseitig klimaschonend: Die Kohlendioxid (CO2)-Menge, die beim Verbrennen freigesetzt wird, hat der Baum zuvor im Holz gebunden. Das macht Holz zu einer CO2-neutralen, alternativen Energiequelle. Ein Kubikmeter Holz speichert 1 Tonne CO2 als Kohlenstoff (C).

Das ist so viel CO2 wie freigesetzt wird, wenn Sie entweder

  • 5.000 km mit dem Auto fahren,
  • von München nach New York fliegen,
  • ein halbes Jahr Strom verbrauchen,
  • 4 Jahre lang ausatmen,
  • ein halbes Jahr lang täglich warm Duschen oder
  • ein Jahr lang täglich einen Spielfilm im Fernseher ansehen.

Flatterulme - Ulmus laevis

Steckbrief

  • Mittelgroßer bis großer Laubbaum
  • sturmfest, Pfahlwurzler
  • frosthart
  • weniger anfällig für Ulmensterben (Pilzerkrankung) als z. B. Bergulme

Holzeigenschaften und Holzverwendung

  • wertvoll, mit gelblichweißem Splint und graubraunem Kern, hart, druck- und stoßfest, jedoch nur wenig witterungsbeständig
  • wegen der besonderen Maserung oft als Möbel- und Furnierholz sowie als Parkett und im Innenausbau verwendet
Stattlicher Stamm

Foto: BaySF

Schwarznuss - Juglans nigra

Steckbrief

  • Herkunft: USA
  • mittelgroßer bis großer Laubbaum
  • sturmfest, Pfahlwurzler
  • raschwüchsig
  • benötigt viel Licht und gute Böden
  • Samen essbar

Holzeigenschaften

  • äußerst wertvoll, mit schmalem Splint und dunkelbraun-violettem Kern
  • Holzgüte ähnlich der Walnuss
Schwarznuss in der Opf.

Foto: K. Schön

Edelkastanie/Esskastanie - Castanea sativa

Steckbrief

  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • mittelgroßer bis großer Laubbaum
  • sturmfest, Pfahlwurzler
  • erträgt auch Schatten
  • kommt auch auf sauerem Boden zurecht
  • schmackhafte Früchte (Maroni)

Holzeigenschaften und Holzverwendung

  • wertvoll, mit sehr schmalem, weißlichem Splint und gelbbraunem, nachdunkelndem Kern
  • sehr hart und dauerhaft
  • Verwendungsmöglichkeit ähnlich wie Lärchenholz
Blühende Edelkastanie

Foto: K. Schön

Weiserfläche - Verjüngungspotential und Schalenwildverbiss beurteilen

Weiserflächen bestehen aus einem Weiserzaun (gezäunte Fläche) und einer Vergleichsfläche (ungezäunte Fläche).

Weiserfläche

Foto: AELF Passau

Der Vergleich der Verjüngung auf beiden Flächen zeigt den Einfluss des Schalenwildes. Waldbesitzer, Jagdpächter, Jagdvorsteher und Förster sollten gemeinsam die Verjüngungssituation dokumentieren. Dann lassen sich nach einiger Zeit die richtigen Schlüsse ziehen.

Merkblatt zu Weiserflächen - LWF Externer Link

Bifangkultur - ein forstgeschichtliches Relikt der Waldbewirtschaftung

Eisenverhüttung, Glaserzeugung und Streurechen hatten über Jahrzehnte zu einer Übernutzung der Wälder geführt.

Bifangkultur

Foto: H. Sieren

Ende des 19. Jahrhunderts suchten die Oberpfälzer Forstleute deshalb nach Wegen, um die Industriesünden im Wald wieder gut zu machen. Um erfolgreich Bäume auf Kahlflächen großzuziehen bediente man sich einer Idee aus der Landwirtschaft.
Auf besonders nährstoffarmen Waldböden wurde nach der Holzernte der Boden mit Pferdegespannen und Radschleppern umgebrochen und zu sogenannten Bifängen aufgehäuft, ähnlich einem Spargel- oder Kartoffelacker.
Die aufgelockerte Erde und das Vermengen mit Pflanzenresten sorgte für eine bessere Nährstoffversorgung, als im unbearbeiteten Mineralboden. Die beidseitigen Pflugaufwürfe wurden mit jungen Bäumen, meist Kiefern oder Fichten, bepflanzt. Vor allem in der Jugendphase zeigten die Pflanzen üppigen Wuchs. Auch vor Frost waren sie wegen der erhöhten Position besser geschützt.

Naturschutz -Schützen und Nutzen- Waldbesitzer schaffen beides!

Buche mit Pilzkonsole

Foto: Waldbesitzerportal

Holz nutzen und auf der selben Fläche Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Pilze erhalten und sogar schaffen?
Das geht! Zur naturnahen Forstwirtschaft gehört die Rücksichtnahme auf die Tier- und Pflanzenwelt. Auch die Anwendung moderner Forsttechnik ist dazu kein Widerspruch – wichtig ist, dass diese fachgerecht eingesetzt wird.
Totholz lebt!
Unzählige Arten sind abhängig von alten und morschen Baumstämmen, Reisighaufen oder alten Ästen. Diese Strukturen sind Heimat von Insekten, Pilzen, Moosen und sogar Tieren wie Wildkatze oder Zaunkönig. Ein wenig "Unordnung" auf dem Waldboden soll sein, denn dies ist extrem wertvoll für einen Wald und seine Bewohner.

Elsbeere - Sorbus torminalis

Steckbrief

  • Mittelgroßer bis großer Laubbaum
  • sturmfestes Tiefwurzelsystem
  • Jungpflanze schattentolerant, später auf Licht angewiesen
  • wenig Ansprüche an den Boden, mag Kalk
  • leckere Beeren

Holzeigenschaften

  • äußerst wertvolles Holz, hart und schwer, sehr biegefest
  • rötlicher Farbton, hell, weiß-gelblich bis rotbraun

Eichensaat - Kulturbegründung mit Weitsicht

Das Gelingen einer Saat hängt maßgeblich am Saatgut.
Es sollte für die gewünschte Baumart in ausreichender Menge, guter Qualität, mit passender, möglichst zertifizierter Herkunft, professionell geerntet, gelagert und aufbereitet sowie zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein.

Vorteile einer Saat

  • ungestörte Wurzelentwicklung, für eine hohe Stabilität der späteren Bäume,
  • von Anfang an gute Anpassung an die örtlichen Standortsbedingungen,
  • vitalste Exemplare lassen sich aus einer hohen Pflanzenzahl auswählen,
  • meist entwickelt sich eine gute Holzqualität, weil die Bäume aufgrund hoher Stammzahlen weniger und dünnere Äste ausbilden,
  • günstige Verjüngungskosten und die Möglichkeit zur Wildlingsgewinnung.
maschinelle Saat

Foto: R. Weigert

Schwarzerle – Alnus glutinosa

Steckbrief

  • Mittelgroßer bis großer Laubbaum
  • Herzwurzler
  • bevorzugt nasse, lichte Standorte
  • bildet Wurzelknöllchen mit Bakterien, die Stickstoff sammeln
  • gefährdet durch Pilzerkrankung

Holzeigenschaften

  • leichtes, weiches Holz mit auffällig orange-rötlicher Färbung
  • unter Wasser verbaut sehr dauerhaft
Erlen am Bachlauf

Foto: LfL

Anreise zum Lehrpfad

Ansprechpartner


AELF Schwandorf
Neukirchner Straße 2a, 92431 Neunburg vorm Wald
Tel.: 09672 92410
Fax: 09672 924120
E-Mail: poststelle@aelf-sd.bayern.de